Woran erkennt man Online Casinos mit deutscher Lizenz?
Online Casinos mit deutscher Lizenz brauchen eine GGL-Erlaubnis. Was Google filtert, was die GGL beobachtet und was die EU-Whitelist bringen soll.

Online Casinos mit deutscher Lizenz sind Anbieter mit einer Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Nur sie bieten Online-Glücksspiel in Deutschland legal an. Das schreibt der GoogleWatchBlog. Google stützt diese Linie bei Anzeigen. In der normalen Suche sind dagegen weiter auch Seiten ohne Lizenz zu finden.
Der Maßstab: Lizenz der GGL
Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist im Juli 2021 in Kraft getreten, so der GoogleWatchBlog. Seitdem entscheidet die Lizenz darüber, ob ein Angebot erlaubt ist. Die GGL ist die Behörde, die diese Erlaubnis erteilt. Gaming Intelligence beschreibt sie als Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder.
Auch Werbung und Platzierungen in Suchmaschinen sind laut GoogleWatchBlog unter bestimmten Bedingungen zulässig. Wer legale Online Casinos in Deutschland sucht, sollte daher nicht auf Suchergebnisse vertrauen. Entscheidend ist die Lizenz.
Praktisch heißt das:
- Ein Anbieter ohne GGL-Erlaubnis ist kein legales Angebot, egal wie weit oben er erscheint.
- Eine Lizenz aus einem anderen Land ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht.
- Ob ein Anbieter lizenziert ist, lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen.
Mehr zur Prüfung einzelner Betreiber steht auf der Seite zum Casino mit GGL-Lizenz.
Fünf Anbieter ohne GGL-Erlaubnis
Nach unserem Stand besitzen diese fünf Betreiber keine Erlaubnis der GGL. In der behördlichen Liste lizenzierter Betreiber fehlen sie:
Weitere Fälle sammelt die Liste illegaler Online-Casinos.
Google als Filter: Anzeigen nur mit Lizenz
Google hat laut GoogleWatchBlog im September 2024 die Regeln für Glücksspielwerbung in Deutschland geändert. Über ads.google.com dürfen seither nur Anbieter mit offizieller GGL-Lizenz werben. Vergleichsseiten, die nicht lizenzierte Plattformen verlinken, sind von Google Ads ausgeschlossen.
Hinter der Änderung steht ein direkter Austausch zwischen Google und der GGL. Ziel war es, Werbung für illegale Angebote zu vermeiden.
Gaming Intelligence nennt als Datum den 25. September, ohne Jahr. Laut dem Bericht gilt die Regel auch für Affiliate-Websites. Die GGL und Google reden demnach seit 2023 miteinander. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen und hätten zur neuen Richtlinie geführt.
Bei Anzeigen greift die Regulierung strenger als bei der reinen Suche. Der GoogleWatchBlog erklärt das so: Google stellt die Werbefläche bereit und kann dafür unter Umständen haftbar gemacht werden.
Was die GGL nach dem Update sieht
Die GGL zieht eine positive Zwischenbilanz. Laut Gaming Intelligence fand sie in den ersten Wochen keine bezahlten Anzeigen von Anbietern ohne Lizenz. Auch nicht zugelassene Affiliates fielen seit dem Update nicht mehr auf.
Der GoogleWatchBlog berichtet, Anzeigen für illegales Glücksspiel seien deutlich zurückgegangen, vor allem auf Vergleichsportalen. GGL-Chef Ronald Benter sieht laut Gaming Intelligence eine klare Wirkung der geänderten Richtlinie. Die Behörde will die Lage weiter beobachten. Sie bleibt mit Google im Kontakt, um die Werbemöglichkeiten illegaler Anbieter noch stärker zu begrenzen.
Eine Kleinigkeit zur Einordnung: Beide deutschsprachigen Quellen nennen Benter, aber mit unterschiedlichen Titeln. Der GoogleWatchBlog bezeichnet ihn als „Vorstand“, Gaming Intelligence als „chief executive“.
Organische Suche: Die offene Flanke
Lizenzierte Anbieter haben auf Google laut GoogleWatchBlog trotz ihrer Legalität keine hohe Sichtbarkeit. Oft dominieren Seiten aus dem Ausland oder Portale, deren Inhalte rechtlich nicht abgesichert sind. Organische Treffer hängen weiterhin stark von der Suchmaschinenoptimierung ab. So bleiben auch Anbieter ohne Lizenz sichtbar.
Die GGL sieht das mit Sorge. Laut Gaming Intelligence erreichen manche Schwarzmarktanbieter hohe Platzierungen durch intensives Linkmarketing oder durch Manipulation der Rankings. Benter sieht laut GoogleWatchBlog bei SEO weiteren Handlungsbedarf. Hier könnten mit Google zusätzliche Einschränkungen möglich sein.
Der GoogleWatchBlog gibt Nutzern einen schlichten Rat: vor dem Spielen prüfen, ob die Plattform seriös ist und eine gültige Lizenz vorliegt.
EU-Whitelist: Angekündigt, aber vieles offen
Die niederländische Behörde Kansspelautoriteit (KSA) baut nach eigenen Angaben mit Google eine EU-weite Liste lizenzierter Anbieter auf. Das berichtet AffPapa. Google soll damit Werbetreibende ohne Lizenz erkennen und blockieren können. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen stellte den Plan in einem Kommentar vom 14. Oktober 2026 vor.
Ausgangspunkt waren laut AffPapa Treffen in Dublin im Jahr 2026. Dort einigten sich europäische Regulierer mit Google und Meta auf eine gemeinsame Task Force. SCCG Management datiert das Treffen auf das Frühjahr 2026. Die Task Force soll eine Datenbank zugelassener Betreiber je nationaler Rechtsordnung erstellen.
Offen ist vieles:
- Ein Starttermin wurde laut AffPapa nicht genannt.
- Laut SCCG Management ist unklar, ob die Beschränkungen Anzeigen, die organische Suche oder beides betreffen.
- Welche Stellen mitwirken und wann die Arbeit endet, wurde nicht bekannt gegeben.
- Die Quellen erwähnen keine Beteiligung der deutschen GGL.
Die Lage in den Niederlanden
Groothuizen wirft den Tech-Konzernen laut AffPapa vor, von illegalen Glücksspielanzeigen zu profitieren. Freiwillige Einschränkungen widersprächen ihrem Geschäftsmodell. Die KSA fordere sie trotzdem, am liebsten im Guten, notfalls mit Zwang. Rechtlich nannte er niederländisches Recht und den Digital Services Act der EU. Für die größten Plattformen liegt die DSA-Durchsetzung bei der Europäischen Kommission. Ein Verfahren könnte bis zu fünf Jahre brauchen.
Die KSA setzt inzwischen vor allem bei Auffindbarkeit und Zahlungswegen an. Strafen gegen unlizenzierte Betreiber ließen sich schwer eintreiben. SCCG Management zufolge räumte Groothuizen ein, dass Geldbußen vor allem bei Firmensitz im Ausland wenig bewirken.
Die Zahlen zeigen das Dilemma. Fünf Jahre nach der Marktöffnung spielen rund 90 % der niederländischen Spieler nur auf lizenzierten Seiten. Trotzdem fließt etwa die Hälfte der Online-Ausgaben an illegale Betreiber, so AffPapa. SCCG Management beschreibt das als einen Euro im illegalen Markt je Euro im regulierten.
Auch im Umfeld bewegt sich einiges:
- Google verschärfte laut SCCG Management am 14. September 2026 die Zertifizierung für Wettanzeigenkunden.
- Ab dem 21. Oktober 2026 ist YouTube Masthead für zertifizierte Betreiber freigegeben, stets abhängig von gültigen Lizenzen.
- Der Verband VNLOK reichte am 28. September 2026 Klage gegen Meta ein.
- Laut iGamingBusiness warnte KSA-Abteilungsleiterin Renske Fikkers, ein Totalverbot von Glücksspielwerbung werde eine „zunehmend realistische Option“. Aus Sicht der KSA bleibe es unerwünscht.
Häufige Fragen
Sind Online Casinos mit deutscher Lizenz die einzige legale Option?
Ja. Online-Glücksspiel ist in Deutschland nur mit gültiger GGL-Lizenz erlaubt, so der GoogleWatchBlog. Wer keine Lizenz hat, bietet nicht legal an. Eine Übersicht lizenzierter Betreiber bietet die Startseite.
Darf Google Anzeigen von Anbietern ohne Lizenz zeigen?
In Deutschland nicht. Seit der Änderung der Richtlinie dürfen nur Betreiber mit GGL-Lizenz über Google Ads werben. Auch Vergleichsseiten mit Links zu nicht lizenzierten Plattformen sind ausgeschlossen, wie der GoogleWatchBlog schreibt.
Warum tauchen Seiten ohne Lizenz trotzdem bei Google auf?
Die organische Suche folgt anderen Regeln als Anzeigen. Rankings hängen stark von Suchmaschinenoptimierung ab. Laut Gaming Intelligence nutzen manche Schwarzmarktanbieter dafür Linkmarketing oder Manipulation. Die GGL sieht hier weiteren Handlungsbedarf.
Wann kommt die EU-weite Whitelist?
Das ist offen. AffPapa nennt keinen Starttermin. SCCG Management schreibt, auch Umfang und beteiligte Behörden seien nicht bekannt.
Quellen
- GoogleWatchBlog — Wie Googles Suche die Sichtbarkeit regulierter Glücksspielangebote verändert
- AffPapa — Netherlands & Google to build EU list of licensed operators
- iGamingBusiness — KSA introduces new era of cooperation, warns of full ad ban
- SCCG Management — Google e Reguladores Europeus Desenvolvem Lista Branca de Operadores Licenciados para Reduzir Apostas Ilegais
- Gaming Intelligence — German gambling regulator welcomes new Google Ads update
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